Ist Ihnen schon einmal ein interessantes Phänomen aufgefallen: Je hochwertiger ein Kleidungsstück ist, desto anfälliger ist es für Abfärben. Schauen Sie sich die Kleidung von Luxusmarken an – sie ist durchweg empfindlich. Sie erfordert sorgfältige Pflege; andernfalls sieht sie schon nach wenigen Malen Tragen abgenutzt aus. Das ist wahrer Luxus!
Warum färben manche Markenkleidungsstücke so leicht ab?
Antwort: Sommerkleidung oder direkt auf der Haut getragene Bekleidung bekannter Marken neigt häufig zum Ausbluten der Farben, sowohl bei einfarbigen als auch bei mehrfarbig bedruckten Artikeln. Man würde erwarten, dass Markenkleidung eine zufriedenstellende Farbechtheit aufweist.
Dank technologischer Fortschritte greifen Hersteller hochwertiger Bekleidung immer häufiger auf Farbstoffe zurück, die natürlichen Bestandteilen ähneln. Diese Farbstoffe weisen zwar eine relativ geringe Farbechtheit auf, sind aber ungiftig für Mensch und Umwelt.
Diese Kleidungsstücke sollten nicht eingeweicht oder über längere Zeit gestapelt werden. Waschen Sie sie nicht bei hohen Temperaturen. Nicht-Azo-Farbstoffe sind heutzutage weit verbreitet. Textilien, die mit bestimmten Nicht-Azo-Farbstoffen bedruckt und gefärbt wurden, weisen eine geringere Farbechtheit auf. Sowohl gefärbte als auch bedruckte Stoffe können beim Waschen abfärben. Dieses Problem tritt hauptsächlich bei Sommerkleidung und direkt auf der Haut getragener Kleidung auf und ist bei Damenbekleidung häufiger. Waschen Sie diese Kleidungsstücke mit Feinwaschmittel. Führen Sie den Waschvorgang zügig und ohne Unterbrechung durch. Weichen Sie die Kleidungsstücke nicht ein und verwenden Sie niemals heißes Wasser.
Welche Stoffe neigen zum Abfärben?
Expertenantwort:
Das Ausbluten von Farben beim Waschen folgt bestimmten Mustern. Textilien aus Naturfasern bluten leichter aus als solche aus Chemiefasern, insbesondere synthetischen Fasern. Baumwolle, Leinen, Seide und Wolle sind anfälliger für Farbverlust als Polyamid, Polyester, Acryl und ähnliche Stoffe.
Seide und Baumwolle weisen die höchste Tendenz zum Ausbluten der Farbe auf. An zweiter Stelle folgen stark gefärbte und leuchtend farbige Textilien.
Schwarz, dunkle Farbtöne, leuchtendes Rot, kräftiges Grün, strahlendes Blau, auffälliges Lila und ähnliche Farben färben leicht ab; helle und gedeckte Textilien hingegen viel seltener. So färbt beispielsweise ein schwerer Wollmantel in leuchtendem Magenta mit ziemlicher Sicherheit ab, während ein identischer Acrylmantel dies nicht tut. Ebenso färbt ein schwarzes Seidenkleid in Wasser ab, während ein vergleichbares Polyesterkleid kaum abfärbt.
Waschmethoden zur Vermeidung von Farbausbluten und Verblassen
Der Farbverlust gefärbter Textilien hängt von den Farbstoffeigenschaften und den Druck- und Färbetechniken ab. Die meisten herkömmlichen Farbstoffe lösen sich leicht in Wasser, insbesondere in Seifenwasser, heißem Wasser und alkalischem Wasser. Farbstoffe bleichen auch unter Sonneneinstrahlung aus, wenn die Textilien feucht sind.
Um die Farbe zu erhalten, waschen Sie das Kleidungsstück in kaltem Wasser mit einem neutralen Waschmittel wie Seidenwaschmittel, Shampoo oder Spülmittel. Verwenden Sie kein Waschpulver, keine Seifenstücke und weichen Sie das Kleidungsstück nicht in heißem Wasser ein.
Waschen Sie dunkle und helle Kleidungsstücke separat, um Verfärbungen zu vermeiden. Geben Sie zum Waschen einen kleinen Löffel Salz pro Eimer lauwarmes Wasser hinzu; verwenden Sie niemals heißes Wasser.
Nach dem Waschen sofort gründlich mit klarem Wasser ausspülen. Vermeiden Sie langes Einweichen, um Seifen- oder alkalische Waschmittelreste auf den Textilien zu hinterlassen.
An der Luft in einem kühlen, gut belüfteten Bereich trocknen lassen; direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.
Die Wissenschaft hinter dem Ausbluten von Kleidungsstücken
Warum färben Textilien ab? Ganz einfach: unzureichende Farbechtheit. Für Fachleute im Druck- und Färbebereich hat mangelnde Farbechtheit vielfältige Ursachen. Zu den gängigen Farbechtheitseigenschaften zählen Waschechtheit, Reibechtheit, Lichtechtheit, Bleich-/Redox-Echtheit, Bügelechtheit, Schweißechtheit und kombinierte Schweiß-Licht-Echtheit. Waschechtheit, Reibechtheit, Lichtechtheit, Wasserechtheit und Schweißechtheit sind dabei die wichtigsten Indikatoren für Textilfachleute.
Farbechtheitsstandards
Farbechtheit bezeichnet die Beständigkeit eines Stoffes gegenüber verschiedenen Belastungen während der Herstellung und im Gebrauch. Proben werden im Labor auf Farbveränderung und Fleckenbildung geprüft und bewertet. Die Bewertung basiert auf international genormten Graustufen für Farbveränderung und Fleckenbildung. Die Graustufe umfasst fünf Hauptstufen von Stufe 1 (schlechteste) bis Stufe 5 (beste) mit dazwischenliegenden Zwischenstufen, bekannt als „Fünf-Stufen-Neun-Stufen-System“.
Eine Bewertung der Stufe 4 bedeutet minimale Abweichung. Die meisten Branchenspezifikationen streben Stufe 4 oder Stufe 3–4 an. Sowohl hinsichtlich Farbunterschied als auch Farbechtheit gilt Stufe 4 im Allgemeinen als akzeptabel.
Kategorien der Farbechtheit
Seifenwaschbeständigkeit
Textilien müssen mit Waschmitteln gewaschen werden, daher ist die Seifenwaschechtheit einer der wichtigsten Indikatoren für Farbechtheit. Die Reinigung mit Seife beruht auf der Wirkung von Tensiden, die die Oberflächenspannung des Wassers senken und so das Eindringen von Wasser verbessern. Gleichzeitig werden ölige Verschmutzungen durch Emulgierung im Spülwasser verteilt.
Beim Färben verbinden sich Farbstoffe mit Fasern. Manche Farbstoffe bilden stabile kovalente Bindungen mit den Fasern. Andere Farbstoffmoleküle lagern sich lediglich lose auf der Faseroberfläche an. Diese schwach gebundenen Farbstoffe lösen sich in Seifenwasser und färben ins Waschwasser ab. Eine mangelhafte Waschechtheit bedeutet unzureichende Farbfixierung; die Kleidungsstücke werden nach dem Waschen fleckig.
Reibechtheit
Die Reibechtheit umfasst die Trockenreibechtheit und die Nassreibechtheit. Beim Reiben von Textilien an anderen Oberflächen kommt es auf zwei Arten zu Farbübertragungen: Entweder reiben sich lose Farbstoffe auf andere Materialien ab, oder gefärbte Faserfragmente lösen sich und haften an anderen Oberflächen. Die Reibechtheitsprüfung ist für nahezu alle Textilien obligatorisch.
Farbverluste durch Nassreiben entstehen hauptsächlich durch lose Farbe an der Oberfläche. Überschüssige lose Farbe resultiert aus zwei Hauptfaktoren: unzureichender Farbstoffaufnahme und Farbstoffübersättigung. Bei Formulierungen für dunkle Farbtöne werden oft hochkonzentrierte Farbstoffe verwendet, die leicht überschüssige Farbe an der Oberfläche hinterlassen.
Bei angerauten und gebürsteten Stoffen tritt häufig ein Farbverlust durch Scheuern auf. Ihre erhabenen, rauen Oberflächen erzeugen hohe Reibung, wodurch Flusen und Oberflächenfarbe freigesetzt werden. Glatte Stoffe schneiden im Scheuertest in der Regel gut ab.
Lichtechtheit
Photobleichung ist ein komplexer Prozess: Farbstoffe absorbieren Photonen, werden angeregt und durchlaufen photochemische Reaktionen, die Molekülstrukturen aufbrechen und so zu Verfärbungen und Ausbleichen führen. Die Lichtechtheit von Textilien hängt primär von der chemischen Struktur des Farbstoffs, seinem Aggregationszustand, den Bindungsbedingungen und der Farbabstimmung ab. Die richtige Farbstoffauswahl ist daher unerlässlich.
Das Textilsubstrat beeinflusst ebenfalls die Lichtechtheit. Seide beispielsweise altert unter starker Sonneneinstrahlung. Helle Textilien wie Off-White und Creme sind lichtempfindlich und anfällig für Lichtechtheitsfehler.
Schweißbeständigkeit
Die Schweißechtheit wird anhand der Farbveränderung und der Abfärbung von Stoffen auf angrenzende Textilien unter Druck und Temperatur in histidinhaltigen Testlösungen beurteilt. Da Sommertextilien, die direkt auf der Haut getragen werden, stark schweißbelastet sind, muss die Schweißbeständigkeit bei der Produktion berücksichtigt werden.
Speichelbeständigkeit
Die Speichelechtheitsprüfung ist ein spezieller Test für Babytextilien. Säuglinge saugen oder kauen an Stoffen. Speichel enthält Wasser, Karbonate, Phosphate und Proteine. Dieser Standard verhindert, dass Farbstoffe oder Schadstoffe durch den Speichel aufgenommen und verschluckt werden, und gewährleistet so die Sicherheit des Säuglings.
Veröffentlichungsdatum: 07.09.2026
