Eine unzureichende Flächengewichtung (Gramm pro Quadratmeter) des Stoffes mag auf den ersten Blick unbedeutend erscheinen und kaum Auswirkungen auf den regulären Handel haben. Bei Exportaufträgen oder bestimmten Handelsgeschäften ist die Flächengewichtung jedoch oft der entscheidende Faktor. Es kommt häufig vor, dass Unternehmen einen Großauftrag erhalten und anschließend aufgrund einer unzureichenden Flächengewichtung des Stoffes mit Rücksendungen oder Reklamationen konfrontiert werden. Im Folgenden werden die Gründe für eine unzureichende Flächengewichtung erläutert.
1. Bestimmung der Flächengewichtung (GSM) des Gewebes
GSM = 1000 Gewicht (mg) ÷ 10000 Fläche (cm²) = Fläche (cm²) Gewicht (mg) × 10
1.1 Kombiniertes Berechnungs- und Werkzeugverfahren
GSM=7×8772×10=138 g/m2
1.2 Methode nur mit Werkzeugen
2. Berechnung des Flächengewichts (GSM) gefärbter Stoffe
2.1 GSM-Berechnung für nicht dehnbare, gefärbte Stoffe
GSM=(20128+1660)×24,3≈246,6 g/m2
Der tatsächliche GSM-Bereich liegt bei etwa 242–248 g/m².
2.2 GSM-Berechnung für fertige Stretchstoffe
GSM=5878×(20116×22,17+1648×21,4)≈259 g/m²
Der tatsächliche GSM-Bereich liegt bei etwa 260–265 g/m².
Hinweis: 78″ bezieht sich auf die Webblattbreite, 58″ auf die fertige Stoffbreite.
3. Vergleich zwischen vereinfachter Berechnung und tatsächlicher Wägung
- Bei Mischgarnen aus Polyester und Baumwolle, Polyester und Nylon sowie Chemiefasergarnen ist der Umrechnungsfaktor höher als der für reine Baumwolle verwendete Faktor von 583,1. Garne mit gleicher nomineller Feinheit weisen eine höhere tatsächliche Feinheit (Tex) auf, wodurch die berechneten Flächengewichte (GSM) niedriger ausfallen als die tatsächlich gewogenen Werte.
- Zwirngarne entstehen durch das Verzwirnen von zwei oder mehr Einzelgarnen. Aufgrund der Verzwirnungsschrumpfung ist die tatsächliche Garnstärke höher als die Nennstärke, wodurch die berechneten Flächengewichte (GSM) niedriger ausfallen als die tatsächlich gewogenen Werte. Diese Abweichung ist besonders ausgeprägt, wenn sowohl Kett- als auch Schussgarne zwirniert sind.
- Open-End-Spinngarne bestehen aus Stapelfasern und erleiden beim Auskochen im Vorbehandlungsstadium des Färbens und Bedruckens erhebliche Verluste, was dazu führt, dass die berechneten GSM-Werte höher sind als die tatsächlich gewogenen Werte.
- Die Flächenmasse (GSM) erhöht sich nach der Waschbehandlung typischerweise um 5–6,5 %.
- Bei dunkel gefärbten Stoffen führt das Gewicht des Farbstoffs dazu, dass die berechneten GSM-Werte etwas höher ausfallen als die tatsächlich gewogenen Werte.
- Bei gebleichten oder hellen Stoffen sind die berechneten GSM-Werte etwas höher als die tatsächlich gewogenen Werte.
- Die Flächenmasse (GSM) erhöht sich nach der Beschichtungsbehandlung um 3–7%.
- Der GSM-Wert sinkt nach der Behandlung um 3,5–6 %.
4. Gründe für die Reduzierung des Flächengewichts des fertigen Stoffes (GSM)
- Übermäßiges Dehnen während der Vorbehandlung führt zu einer Verringerung der Schussdichte.
- Das fertige Gewebe wird übermäßig gedehnt, bis es eine übermäßige Breite erreicht.
- Eine hohe Alkalikonzentration und übermäßig hohe Temperaturen bei der Nachbearbeitung schädigen die Garnfasern.
- Das gekaufte Rohgarn ist dünner als die angegebene Garnstärke (z. B. misst ein Garn mit der Nennstärke 40S tatsächlich 41S).
- Starker Abrieb des Rohgarns während des Webprozesses führt zu übermäßigem Faserverlust, was ein dünneres Garn und ein niedrigeres Flächengewicht zur Folge hat.
- Nachfärbe- oder Entfärbeprozesse während des Färbeprozesses führen zu erheblichem Garnverlust und dünnerem Garn.
- Eine zu hohe Flammenintensität beim Sengen trocknet die Stoffoberfläche aus; nachfolgende Entschlichtungsprozesse beschädigen das Garn und machen es dünner.
- Beschädigung der Stoffoberfläche während der Veredelungsprozesse Bürsten oder Rauhen.
Veröffentlichungsdatum: 18. August 2025