Rote-Meer-Krise → Kriegsversicherungsprämien stiegen um 900 %

Seit Beginn der Angriffe der Huthis im Roten Meer sind die Prämien für Kriegsversicherungen um sage und schreibe 900 Prozent gestiegen. Diese erschreckende Zahl stammt aus einem Bericht der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD), der am 26. veröffentlicht wurde.

 

Laut zuverlässigen Quellen beliefen sich die Kriegsrisikoprämien Ende letzten Jahres auf lediglich 0,1 Prozent des Schiffswertes, doch Anfang dieses Monats war dieser Wert auf 1 Prozent gestiegen. Dieser drastische Anstieg hat tiefgreifende Auswirkungen auf die globale Schifffahrtsindustrie und den Welthandel.

 

 

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Gleichzeitig offenbart der Bericht einen besorgniserregenden Trend: Der Schiffsverkehr durch den Suezkanal ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent eingebrochen, während der Verkehr durch Panama ebenfalls um 49 Prozent zurückgegangen ist. Dieser Rückgang im Schiffsverkehr entspricht 12 Prozent des gesamten US-Handels, wobei Exporte 21,3 Prozent und Importe 5,7 Prozent ausmachen.

 

Für Länder wie Ecuador (25,6 %), Chile (22 %) und Peru (21,8 %) waren die Auswirkungen der Kanalblockade besonders gravierend. Das Handelsvolumen dieser Länder ging deutlich zurück, wobei Containergüter einen großen Anteil ausmachten. Bis zur zweiten Februarwoche mussten 586 Containerschiffe das Kap der Guten Hoffnung umfahren, um den Suezkanal zu meiden.

 

Darüber hinaus hat die Störung des Suezkanals den Handel in mehreren Ländern erheblich beeinträchtigt. Laut Bericht waren 33,9 Prozent des sudanesischen, 30,5 Prozent des dschibutischen, 26,4 Prozent des saudischen und 19,4 Prozent des seychellischen Handels in gewissem Maße betroffen.

 

Jemen ist ein prominentes Beispiel: Die UNCTAD stellte fest, dass etwa 31,6 Prozent seines Handels durch die Unterbrechung des Kanals negativ beeinflusst werden könnten, was den Erwartungen des Landes etwas widerspricht.

 

Die UNCTAD wies zudem darauf hin, dass Transportstörungen nicht nur zu erhöhtem Inflationsdruck und damit zu steigenden Warenpreisen, insbesondere für Lebensmittel, führen würden. Dies zeigte sich deutlich beim Anstieg der Frachtraten nach der Pandemie. Laut dem Bericht wird etwa die Hälfte des für 2022 verzeichneten Anstiegs der Lebensmittelpreise auf höhere Transportkosten zurückzuführen sein.

 

Die UNCTAD fügte hinzu, dass der Umweg um das Kap der Guten Hoffnung und die damit verbundene Geschwindigkeitserhöhung den Treibstoffverbrauch der Schiffe erhöhen würden. Auf Routen von Fernost nach Nordeuropa könnte der Treibstoffverbrauch um bis zu 70 % steigen.

 

Während sich frühere Berichte darauf konzentrierten, wie die Wiederholung des Rennens den Treibstoffverbrauch der Schiffe erhöhen würde, stellte die UNCTAD fest, dass auch die Geschwindigkeit zugenommen hatte – von durchschnittlich 14,6 Knoten im Oktober auf 16,2 Knoten Mitte Januar. Berechnungen zufolge erhöht eine Geschwindigkeitssteigerung von zwei Knoten den Treibstoffverbrauch pro Seemeile um 31 %.

 

Der Bericht hebt hervor, dass Entwicklungsländer besonders anfällig für Störungen in Schifffahrtsnetzen und Veränderungen im Handelsgeschehen sind. Solche Veränderungen würden nicht nur die Kosten in die Höhe treiben, sondern auch den Handel und den Marktzugang erschweren. Obwohl die Auswirkungen dieser kombinierten Störungen bisher noch nicht das Ausmaß der durch die Pandemie oder die darauffolgende globale Logistikkrise 2021/22 verursachten Störungen erreicht haben, beobachtet die UNCTAD die sich entwickelnde Lage weiterhin genau, um ihre langfristigen Auswirkungen auf den Welthandel und die Schifffahrtsbranche abzuschätzen.

 

Quelle: Shipping Network


Veröffentlichungsdatum: 28. Februar 2024