Laut einem Bericht der chinesischen Website des Wall Street Journal gab Nike-Chef John Donahoe kürzlich in einer E-Mail bekannt, dass das Unternehmen 2 % seiner Belegschaft abbauen werde. Nike beschäftigt weltweit rund 83.700 Mitarbeiter und rechnet mit einem Stellenabbau von über 1.600 Stellen.
In Großchina hat Nike im Jahr 2020 einen Stellenabbau abgeschlossen; der Anteil der Entlassungen betrug 20 %, das entspricht etwa 400 Personen. Insgesamt beschäftigt Nike in Großchina rund 2000 Mitarbeiter.
Tang Ruoxiu erklärte außerdem, dass das Unternehmen die Ressourcen nutzen werde, um verstärkt in Bereiche wie Laufbekleidung, Damenbekleidung und die Marke Jordan zu investieren. Die Entlassungsrunde werde voraussichtlich keine Auswirkungen auf Mitarbeiter in Nike-Filialen und -Vertriebszentren sowie auf Mitarbeiter des Innovationsteams haben.
Berichten zufolge begannen die Entlassungen am 16. Februar und dauerten eine Woche. Das dritte Geschäftsquartal von Nike endet am 29. Februar, und weitere Entlassungen werden zum Ende dieses und des nächsten Quartals erwartet.
Bei der Ergebnispräsentation im Dezember 2023 kündigten Nike-Manager Restrukturierungskosten von bis zu 400–450 Millionen US-Dollar für das zweite Halbjahr des Geschäftsjahres 2024 an, die hauptsächlich Abfindungszahlungen betrafen. Gleichzeitig gab Nike für das zweite Quartal einen Umsatz von 13,4 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden US-Dollar bekannt, womit die Erwartungen der Analysten erfüllt bzw. übertroffen wurden.
Die Verkaufslage ist jedoch uneinheitlich: Einerseits verzeichnen Black Friday und der Singles Day (11.11.) starke Umsätze, andererseits bleibt die Nachfrage außerhalb dieser Feiertage hinter den Erwartungen zurück. In den Teilmärkten steht das makroökonomische Umfeld in Großchina, Europa, dem Nahen Osten und Afrika unter Druck.
Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse senkte Nike seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2024 und erwartet nun für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von rund 1 %, gegenüber der vorherigen Prognose eines Wachstums im mittleren einstelligen Bereich. Das Unternehmen erklärte, dass die verhaltene Konsumlaune, das schwache Online-Geschäft und intensive Werbeaktivitäten den Gewinn belastet hätten.
Nike plant in den nächsten drei Jahren ein Kostensenkungsprogramm im Umfang von 2 Milliarden US-Dollar. Dieses umfasst die Vereinfachung der Produktklassifizierung, die Optimierung der Lieferkette, die Nutzung von Skaleneffekten, den Ausbau der Automatisierung, die Vereinfachung der Organisationsstruktur und die Verbesserung der Beschaffungskapazitäten. Gleichzeitig markiert dies einen Strategiewechsel: Nach der Behebung der hohen Lagerbestände soll der Fokus künftig auf der Profitabilität und nicht mehr auf dem Umsatzwachstum liegen.
Quellen: Textildruck und -veredelung, The Wall Street Journal
Veröffentlichungsdatum: 19. Februar 2024
