Nettokommentar: Die makroökonomische Lage ist ungünstig. USDA sollte den Baumwollverbrauch weiter reduzieren.

Mit dem Ende der Baumwollernte 2024/25 in China und den USA, den beiden wichtigsten Baumwollanbaugebieten der Nordhalbkugel, und der gleichzeitigen Baumwollverarbeitung 2023/24 in Australien und Brasilien, zeichnet sich das globale Produktions- und Angebotsmuster für Baumwolle in diesem Jahr allmählich ab. Institutionen, internationale Baumwollhändler und Spekulationsunternehmen richten ihren Fokus nun auf die globale Baumwollverbrauchssituation im Zeitraum 2020–25, um die langfristige Entwicklung der ICE-Baumwoll-Futures präzise einschätzen zu können.

Obwohl die USDA-Berichte von August bis November die Prognosen für den weltweiten Baumwollverbrauch 2024/25 um 217.700 Tonnen, 100.000 Tonnen, 2.000 Tonnen bzw. 112.100 Tonnen senkten, wobei der Novemberbericht einen weltweiten Baumwollverbrauch von 2,5087 Millionen Tonnen prognostizierte – immer noch ein Anstieg um 523.000 Tonnen gegenüber der Vorjahresprognose –, gehen einige Unternehmen und Institutionen der Baumwollbranche davon aus, dass die USDA-Berichte die Prognosen für den weltweiten Baumwollverbrauch 2024/25 weiter senken werden und einen Rückgang auf das Niveau des Vorjahres (24,564 Millionen Tonnen) nicht ausschließen.

Einerseits werden mit Trumps erneutem Einzug ins Weiße Haus am 20. Januar 2025 die Zölle auf Importwaren aus China, Vietnam, Indien, Bangladesch, Indonesien, der Türkei und anderen Ländern praktisch vollständig abgeschafft, was die Lieferketten und Händler von Baumwolltextilien und -bekleidung erheblich beeinträchtigen wird. Die Unsicherheit hinsichtlich des Wachstums des Baumwollverbrauchs hat sich deutlich erhöht (zumindest steigen die Preise für Bekleidung in den USA aufgrund der Zollerhöhungen, und ein Rückgang des Konsums ist unvermeidlich). Andererseits könnte die starke Entwicklung des US-Dollars die Federal Reserve dazu zwingen, ihre aktuelle Geldpolitik zu ändern, Zinssenkungen auszusetzen oder sogar Zinserhöhungen wieder aufzunehmen, was dem globalen Baumwollverbrauch abträglich wäre. Trumps Präsidentschaftskandidatur löste einen starken Anstieg des Dollars aus, der am 14. November sogar die wichtige Marke von 107 durchbrach. Die größte Sorge des Marktes ist nun, ob der Dollar-Index das Hoch von 114,79 vom September 2022, also vor Trumps Amtseinführung, erneut angreifen wird. Angesichts des sich verlangsamenden globalen Wirtschaftswachstums und zunehmender geopolitischer Risiken dürften sich die Auswirkungen eines stärkeren Dollars auf Schwellenländer weiter verschärfen. Auch die Produktion, Vermarktung, der Handel und der Vertrieb von Baumwolltextilien werden darunter leiden.

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Veröffentlichungsdatum: 09.12.2024