Die indische Bundesregierung hat kürzlich die Zölle auf Importe von ultralangstapeliger Baumwolle vollständig aufgehoben. Laut einer Bekanntmachung wurde die Einfuhrsteuer für „nicht grob kardierte oder gekämmte Baumwolle mit einer Faserlänge von über 32 mm“ auf null gesenkt. Ein leitender Angestellter eines indischen Unternehmens erklärte, diese Entscheidung spiegele die positiven Maßnahmen der Regierung wider, mit denen sie auf das Feedback der Industrie reagiert und die Importbestimmungen entsprechend angepasst habe. Dies bringe der indischen Textilindustrie erhebliche Vorteile für Produktion, Absatz und Export und entlaste die Endverbraucher.
Branchenanalysen zufolge könnte Indiens Aufhebung der Einfuhrzölle auf langstapelige Baumwolle Auswirkungen auf den heimischen Baumwollanbau und das Einkommen der Landwirte im Jahr 2024 haben. Nicht nur die Preise für langstapelige, sondern auch für feinstapelige Baumwolle in Indien stehen unter zunehmendem Aufwärtsdruck. Einige internationale Baumwollhändler und -unternehmen gaben an, das indische Finanzministerium habe die Zollpolitik für langstapelige Baumwolle gelockert, um die Einführung einer vollständigen Zollbefreiung für Baumwollimporte von April bis Oktober 2024 zu testen und vorzubereiten.
Warum hat Indien die Einfuhrzölle auf langstapelige Baumwolle abgeschafft? Branchenanalysen zufolge ist dies hauptsächlich auf das anhaltende Wachstum der indischen Inlandsnachfrage nach langstapeliger Baumwolle zurückzuführen (bedingt durch den chinesisch-amerikanischen Handelskrieg, die Coronavirus-Pandemie, die Modernisierung der indischen Baumwolltextilindustrie und andere Faktoren; zudem wurden zahlreiche europäische und amerikanische Aufträge für hochwertige Garne mit hoher Feinheit nach Indien verlagert). Die Güte und die Qualitätsindikatoren der indischen langstapeligen Baumwolle entsprechen nicht den Anforderungen an die Herstellung von Garnen mit hoher Feinheit (unter Verwendung von MCU5 und anderen Hilfsrohstoffen), und die indischen Garnfabriken, die Garne mit hoher Feinheit herstellen, müssen Kosten senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
Da die Anbaufläche für Pima-Baumwolle in den USA 2023/24 deutlich zurückging (laut USDA-Bericht zu den Anbauabsichten 2023/24 beträgt die Pima-Anbaufläche 154.000 Acres, ein Rückgang von 16 %), die ägyptische Regierung ein Exportverbot für Jiza-Baumwolle verhängt hat und indische Baumwollspinnereien mit Importen von langstapeliger Baumwolle im Wettbewerb mit Käufern aus China, Vietnam, Bangladesch und anderen Ländern stehen, und die zusätzlichen Einfuhrzölle von 11 % die Kosten für die Baumwollspinnereien untragbar hoch machen, wird es für die Unternehmen noch schwieriger, Aufträge zu erhalten und Gewinne zu erzielen.
Aus Sicht der Marktanalyse haben sich seit dem Frühlingsfest die ICE-Baumwoll-Futures zwar deutlich erhöht, ebenso wie die Spot- und Frachtkurse für amerikanische, australische und brasilianische Baumwolle. Die internationalen FOB/CNF-Kurse für langstapelige Baumwolle schwanken jedoch weiterhin nach unten, während sich der Trend bei ICE-Baumwolle (Feinwolle) deutlich unterscheidet. Am 22. und 23. Februar notierte der Preis für US-Pima-Baumwolle (2-246/48, stark 38/40 GPT, neue Baumwolle 2023/24) in Chinas wichtigstem Hafen für Februar/März-Lieferungen mit einem Nettogewicht von 222-225 Cent/Pfund. Der Preis für gebundene Pima-Baumwolle (2-246/48, stark 38/40 GPT, 2022/23) erreichte ebenfalls 210-215 Cent/Pfund, was 2-3 Cent/Pfund unter dem Wert vor dem Frühlingsfest lag und daher nicht besonders auffällig war.
Quelle: Chinesisches Baumwollinformationszentrum
Veröffentlichungsdatum: 27. Februar 2024
